LEISTUNGSMESSUNG

Kinder sind wie Schmetterlinge im Wind. Einige können höher fliegen als andere, aber jeder Einzelne fliegt so gut er kann. Jeder Einzelne ist verschieden. Jeder Einzelne ist schön. Jeder Einzelne ist etwas ganz Besonderes. (Verfasser unbekannt)

I. Vorbemerkung:

Jeder hat Stärken und Schwächen. Jedes Kind lernt dann gut, wenn es gemäß seinen individuellen Voraussetzungen unterstützt wird. Aus Fehlern kann man auch lernen. Es ist wichtig, Kinder nicht unter einen großen Notenerwartungsdruck von seitens des Elternhauses zu stellen. Druck hemmt Leistung und erzeugt Stress und Angst. Zudem verlieren Kinder auch ihr Selbstvertrauen, wenn sie merken, dass sie die Erwartungen nicht erfüllen können. Wertschätzende Rückmeldungen sowie aufbauendes, angebrachtes Lob dagegen stärken das Kind.

Trotzdem müssen wir Lehrer, Leistungen regelmäßig bewerten und sind dabei Regelungen unterworfen. 

II. Vorgaben in der Grundschulordnung und des Bayrischen Erziehungs- und Unterrichtsgetzes

  1. Der Lehrplan Plus ist auf den Erwerb nachhaltiger Kompetenzen ausgerichtet. Benotet werden neben schriftlichen Probearbeiten grundsätzlich auch mündliche (z.B. Gedichtvorträge, Sachaufgaben erklären, Präsentationen…) und praktische (Versuchsanordnungen, Sachzeichnungen, Geozeichnungen, Plakate, eigenständig erstellte Hefteinträge,…) Beiträge sowie alternative Formen wie Lapbook, Portfolio... Aus diesen Leistungserhebungen ergibt sich die Zeugnisnote.Unsere Zielsetzung sind 2 alternative Leistungsmessungen pro Schuljahr. Diese haben den Vorteil, dass damit die Schülerinnen und Schüler mehr Verantwortung für ihr Lernen übernehmen. In der vierten Klasse darf maximal eine Probearbeit in Deutsch und HSU ersetzt werden. (KM)
  1. Es dürfen keine Zwischennoten gegeben werden.
  2. Eine schriftliche Probearbeit besteht zu 2/3 aus „einfachen“ Aufgaben , die unmittelbar aus dem Unterricht heraus beantwortet werden können, ebenso wie zu 1/ 3 aus Aufgaben, die verlangen, dass das Neuerlernte in anderen Situationen kreativ angewandt werden muss. Grundwissen kann in allen Proben abgefragt werden.Der Deutsche Bildungsrat (Strukturplan für das Bildungswesen) spricht in diesemZusammenhang von vier Anforderungsstufen:

       (1) Reproduktion = Wiedergabe gedächtnismäßig verankerter Sachverhalte

       (2) Reorganisation = selbstständige Verarbeitung des vorher gelernten Stoffes

       (3) Transfer = Übertragung von Grundprinzipien des Gelernten auf neue
            ähnliche Aufgabenstellungen

       (4) problemlösendes Denken = Lösen von Aufgaben mit relativ neuen
            Strukturen in kreativer Weise

        Nach den Handreichungen des ISB gilt:

        Auch die äußere Form einer Probearbeit kann bei der Bewertung berücksichtigt
        werden. (§38 (1) GrSo)

        Sprachliche Fehler werden gekennzeichnet, müssen aber nicht von der
        Lehrkraft verbessert werden.

  1. Notenschlüssel:

        Für schriftliche Probearbeiten mit weiterführenden Aufgaben:

        Bis 93 % der zu erreichenden Punkte                Note 1

        Bis 80%                                                         Note 2

        Bis 60%                                                         Note 3

        Bis 40%                                                         Note 4

        Bis 20%                                                         Note 5

        Unter 20%                                                     Note 6

        In Einzelfällen kann es zu geringen Abweichungen kommen.

        Kurztests (Einmaleins, Wörterabfrage…), die nur aus „einfachen“ Aufgaben     
        bestehen, müssen einen strengeren Notenschlüssel aufweisen.

        Im Bereich Richtigschreiben erfolgt die Leistungsmessung über eine

    • Abschreibnote ( 0 Fehler Note 1;  1 Fehler Note 2;  2,3 Fehler Note 3;  4,5 Fehler Note 4; 6,7 Fehler Note 5; ab 8 Fehler Note 6)
    • mit Hilfe von Lückentexten, Diktaten, eigenen Sätzen oder Texten (0,1 Fehler Note 1; 2,3,4 Fehler Note 2; 5,6,7 Fehler Note 3; 8,9,10 Fehler Note 4: 11,12,13 Fehler Note 5, ab 14 Fehler Note 6),
    • ebenso wie über Strategietests, bei denen es um die Anwendung der erlernten Regeln geht. (Note 1 bis 95% , Note 2 bis 85%, Note 3 bis 70%, Note 4 bis 50% und Note 5 bis 25%  der Gesamtpunktzahl.)  

             Satzzeichenfehler wie auch vergessene Umlautstriche werden dabei als       
             halber Fehler
gewertet. Die Textlänge hängt jeweils von der Klassenstufe
             ab. 

            Alternative Leistungsmessungen erfolgen nach einem festgelegten und den
            Schülern bekannten Kriterienkatalog.

    5. Gewichtung:

        Alle Teilbereiche in Deutsch (Sprechen und Zuhören; Lesen –mit Texten und 
        Medien umgehen; Schreiben; Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und
        reflektieren) werden gleich gewichtet, ebenso in Mathematik die Bereiche
        Arithmetik, Sachrechnen (Sachaufgaben, Größen, Daten und Zufall) und
        Geometrie.

        In Heimat- und Sachkunde erfolgt die Gewichtung mündlich und praktisch je
        einfach, Probearbeiten und Alternative Leistungsmessungen in großem Umfang
        zweifach.

    6. Anzahl der schriftlichen Leistungserhebungen:

       In der ersten Klasse werden keine Probearbeiten, sondern
       Leistungserhebungen in geringem Umfang geschrieben. Die Rückmeldung
       erfolgt mündlich, schriftlich oder über Symbole.

       In der zweiten Klasse finden über das gesamte Schuljahr verteilt regelmäßig L
       Leistungserhebungen statt und werden ab dem 2. Halbjahr benotet
       ausgegeben.

       In der dritten Klasse haben wir für unsere Schule folgende Richtzahlen:

       - Mathematik 5, HSU 4, Deutsch 12 (jeweils 3 in den Teilbereichen) bis zum   
         Ende des Schuljahres

       - Die Kinder erhalten einen Probenhinweis für die betroffene Woche, kein
         genaues Datum.

       In der 4. Klasse ist die Anzahl bis zum Übertrittszeugnis im Mai mit folgenden
       Richtzahlen gesetzlich festgelegt:

       - Mathematik 5, HSU 5, Deutsch 12 (jeweils drei in den einzelnen Teilbereichen)

        - Außerdem werden vier probenfreie Wochen bis zum Übertrittszeugnis am
          ersten Elternabend ausgewiesen.

       - In den vierten Klassen müssen Proben mindestens eine Woche vorher
          angekündigt werden. Englischproben werden nicht angesagt, da sie nicht
          benotet werden.

   7. Ergänzungen:

  • Regelmäßig werden nicht benotete Lernzielkontrollen durchgeführt, die Grundlage für die Differenzierung und individuelle Förderung sind.
  • Schriftliche Leistungserhebungen werden an unserer Schule im Jahrgang abgesprochen und gemeinsam erstellt. Um auf klassenspezifische Besonderheiten oder gewählte Schwerpunkte eingehen zu können, sind Abweichungen aber möglich.
  • Höchstens 2 benotete Probearbeiten sollen pro Woche geschrieben werden, an einem Tag nur eine.
  • Vor allem Mathematik- und Sprach/- Rechtschreibproben können sich aus 2 Teilnoten zusammensetzen, um Stärken und Schwächen der Kinder besser aufzeigen zu können.
  • In der 3. Und 4. Klasse werden fehlende Maßeinheiten (m, cm, €, l, …) mit einem halben Punktabzug geahndet.
  • In der 3. und 4. Klasse werden die Proben bei Erkrankung der Kinder in der Regel
  • Probearbeiten werden innerhalb einer Woche zurückgegeben und den Eltern zur Kenntnisnahme mit nach Hause gegeben. Sie dürfen nicht kommentiert oder in anderer Art beschriftet werden.
  • Es werden kein Notenspiegel und kein Durchschnittswert auf den Proben notiert.
  • Hausaufgaben dienen der Übung und dürfen nicht benotet werden. Die Eltern sind für die vollständige Anfertigung verantwortlich.  
  • Im Falle einer attestierten Lese- Rechtschreibstörung oder eines festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarfes können wir mit Ihnen besondere Absprachen zur Leistungsmessung treffen.

III. Weitere Beschlüsse

a) Es sollten regelmäßig nicht benotete Lernzielkontrollen durchgeführt werden, die Grundlage für die Differenzierung und individuelle Förderung sind.

b) Die Rückgabe der Probearbeiten sollte innerhalb einer Woche also zeitnah erfolgen!

c) Es werden kein Notenspiegel und kein Durchschnittswert auf den Proben notiert.

d) Ggf. werden nach Absprache mit den Fachlehrern und den Eltern Förderpläne erstellt.

IV. Im Schuljahr 2012/13 war Diagnose und Förderung ein Schwerpunkt. Hierzu fanden Schulhausinterne Fortbildungen statt. Ebenso erarbeiteten wir Möglichkeiten der Alternativen Leistungsmessung. (siehe Anlagen)

 

V. Förderung

a) Förderschiene

In einer Förderschiene 1/2 und 3/ 4 bieten wir zweimal jährlich klassen- und jahrgangsstufen-übergreifend über ca. 8 Wochen hinweg Kurse an, die die Kinder (nicht die Eltern) selbst wählen können. Dabei legen wir den Schwerpunkt nicht auf die Verbesserung der Leistungen in Deutsch und Mathematik, sondern auf eine Stärkung der Interessen und musischen Bereiche.

Beispiele: Experimentieren, Drucken, Musik mit Körperinstrumenten, Bühne frei, Geowerkstatt, kleine Sportspiele,  Fit an Geräten, Märchen- und Zauberwelten, story telling, Bücherwelten, Streit schlichten, Fotografieren, Natur pur, Landart, Lernen lernen, ….

Um kleinere Gruppen zu erhalten findet parallel dazu in 1/ 2 oder 3/ 4 ein Gemeinsames Singen in der Aula statt, das von 2 Lehrkräften geleitet wird.

b) weitere Fördermöglichkeiten

- wöchentliche klassenübergreifende Lesestunden mit Lesepaten

- klassenübergreifende  Leistungsgruppen in Deutsch und Mathematik

- individuelle Wochenplanarbeit

- nach dem Ampelsystem differenzierte Übungsphasen

- differenzierte oder auch individuelle Hausaufgaben

- Unterstützung einzelner Schüler in Inklusionsstunden

- Einsatz von Praktikantinnen zur individuellen Förderung

 
Diese Übersicht ist das Resultat mehrerer Konferenzen in den letzten Jahren.

Anita Scherm, Rektorin mit dem gesamten Kollegium im September 2019