LEISTUNGSMESSUNG

„…die Kinder sollen lernen das eigene Lernen, das eigene Können richtig einzuschätzen, sich selbst zu akzeptieren, eigenen Schwächen anzunehmen und soweit möglich auf deren Überwindung hinzuwirken…. Leistungsfreude und Leistungsbereitschaft brauchen Anerkennung, Erfolgsbestätigung, Zuversicht und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Durch Ermutigung, Lob und Anerkennung sollen Grundschüler lernen, sich etwas zuzutrauen, sich anzustrengen, aus Fehlern zu lernen und eine Arbeit zu Ende zu führen. Vor allem nach Misserfolgen brauchen Kinder Ermunterung und Hilfe… (GS Lehrplan 2000)

I. Vorbemerkung:

Es ist wichtig, Kinder nicht unter einen großen Notenerwartungsdruck von seitens des Elternhauses zu stellen. Druck hemmt Leistung und erzeugt Stress und Angst. Zudem verlieren Kinder auch ihr Selbstvertrauen, wenn sie merken, dass sie die Erwartungen nicht erfüllen können. Aufbauendes, angebrachtes Lob und Ihre Unterstützung dagegen stärken das Kind. Jeder hat Stärken und Schwächen. Aus Fehlern kann man auch lernen. Trotzdem müssen wir Lehrer, Leistungen regelmäßig bewerten und sind dabei auch Regelungen (Grundschulordnung und Bayrisches Erziehungs- und Unterrichtsgesetz) unterworfen.

II. Vorgaben in der Grundschulordnung und des Bayrischen Erziehungs- und Unterrichtsgetzes

1. Benotet werden neben Probearbeiten grundsätzlich auch mündliche und praktische (Versuchsanordnungen, Sachzeichnungen, Hefte,…) Beiträge. Aus diesen Leistungserhebungen ergibt sich die Zeugnisnote. Sie können diese Noten jederzeit bei der Lehrkraft erfragen. (§§43 (7) GrSo)

2. Es dürfen keine Zwischennoten gegeben werden. Tendenzen werden wir aber mit ↑ und ↓ deutlich machen. (§§ 38 GrSo)

3. Eine Probe besteht aus „einfachen“ Aufgaben, die unmittelbar aus dem Unterricht heraus beantwortet werden können, ebenso wie aus Aufgaben, die verlangen, dass das Neuerlernte in anderen Situationen kreativ angewandt werden muss.

4. Für Proben mit weiterführenden Aufgaben verwenden wir folgenden Notenschlüssel:
Bis 93 % der zu erreichenden Punkte Note 1
Bis 80% Note 2
Bis 60% Note 3
Bis 40% Note 4
Bis 20% Note 5
Unter 20% Note 6
In Einzelfällen kann es zu geringen Abweichungen kommen.

5. Kurztests (Einmaleins, Wörterabfrage…) die nur aus „einfachen“ Aufgaben bestehen, müssen einen strengeren Notenschlüssel aufweisen.

6. Art. 52 (2) BayEug legt die einzelnen Notenstufen wie folgt fest:

sehr gut              = 1 Leistung entspricht den Anforderungen in besonderem Maße
gut                       = 2 Leistung entspricht voll den Anforderungen
befriedigend     = 3 Leistung entspricht im Allgemeinen den Anforderungen
ausreichend      = 4 Leistung weist zwar Mängel auf, entspricht aber im Ganzen noch den Anforderungen
mangelhaft       = 5 Leistung entspricht nicht den Anforderungen, lässt jedoch erkennen, dass trotz deutlicher Verständnislücken die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind
ungenügend     = 6 Leistung entspricht nicht den Anforderungen und lässt selbst die notwendigen Grundkenntnisse nicht erkennen

7. Nicht die durchschnittliche Leistung einer Klasse, sondern die Anforderungen , die in Verbindung mit den Kompetenzerwartungen/ Lernzielen der Lehrpläne an die Klassen gestellt werden müssen, sind Kriterien für die Bewertung.

8. Bezugsnormen für die Benotung sind die im Unterricht angestrebten Lernziele. Note 1: Die Note „sehr gut" trifft nur auf Leistungen zu, die über die in Note 2 erfüllten Voraussetzungen hinaus noch Besonderes im positiven Sinn aufweisen, z.B. sehr große Sicherheit beim Lösen qualitativ unterschiedlicher Aufgaben, besonders rasch und zugleich richtig gelöste Aufgaben, elegante Lösungen (z.B. bei Sachaufgaben) und tadellose sachadäquate Darstellung.
Note 2: Für die Note „gut" sind sichere Leistungen auf allen vier Stufen der Leistungsanforderungen, also auch im Bereich des Transfers und Problemlösens notwendig.
Note 3: Als zentrale Notenstufe ist daher die Note „befriedigend" anzusehen. Sie soll dann erteilt werden, wenn die Leistungen den Anforderungen „im allgemeinen" entsprechen. Schüler, die zwar reproduzieren und reorganisieren können, aber Schwierigkeiten beim altersgemäßen Transferieren und Problemlösen haben, erhalten die Note „befriedigend" , wenn ihre Reproduktions- und Reorganisationsleistungen weitgehend fehlerfrei sind.
Note 4: Enthalten die Reproduktions- und Reorganisationsleistungen auch noch Fehler, ergibt sich die Note „ausreichend" , weil dann die Leistungen nur „noch den Anforderungen" entsprechen.
Note 5: Schüler mit erheblichen Schwierigkeiten in den Grundkenntnissen erhalten die Note „mangelhaft" , vorausgesetzt, die Lücken können in absehbarer Zeit geschlossen werden.
Note 6: Sind selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft, dass sie in absehbarer Zeit nicht geschlossen werden können, ist die Note „ungenügend" zu erteilen.

9. Somit kann Schülern, die Gelerntes wiedergeben können, eine befriedigende Leistung bescheinigt werden.
Das heißt auf die Praxis bezogen: Schüler, die im Sachunterricht auswendig gelerntes Wissen wiedergeben, in Deutsch geübte Wörter fehlerlos schreiben oder in der Mathematik einfache Sachaufgaben lösen können, erhalten die Note „befriedigend“. Die Notenstufen „gut“ und „sehr gut“ sind dann zu erteilen, wenn vom Schüler auch Denk- und Transferleistungen erbracht werden.

10. Auch die äußere Form einer Probearbeit kann bei der Bewertung berücksichtigt werden. (§38 (1) GrSo)

11. Sprachliche Fehler werden gekennzeichnet, müssen aber nicht von der Lehrkraft verbessert werden.

12. Alle Teilbereiche in Deutsch (Sprechen und Zuhören; Lesen –mit Texten und Medien umgehen; Schreiben; Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren) werden gleich gewichtet, ebenso in Mathematik die Bereiche Arithmetik, Sachrechnen (Sachaufgaben, Größen, Daten und Zufall) und Geometrie.

13. In Heimat- und Sachkunde erfolgt die Gewichtung mündlich und praktisch je einfach, Probearbeiten zweifach.

14. Im Bereich Richtigschreiben erfolgt die Leistungsmessung über eine Abschreibnote
( 0 Fehler Note 1; 1 Fehler Note 2; 2,3 Fehler Note 3; 4,5 Fehler Note 4; 6,7 Fehler Note 5; ab 8 Fehler Note 6), mit Hilfe von Lückentexten, Diktaten, eigenen Sätzen oder Texten (0,1 Fehler Note 1; 2,3,4 Fehler Note 2; 5,6,7 Fehler Note 3; 8,9,10 Fehler Note 4: 11,12,13 Fehler Note 5, ab 14 Fehler Note 6), ebenso wie über Strategietests, bei denen es um die Anwendung der erlernten Regeln geht. (Note 1 bis 95% , Note 2 bis 85%, Note 3 bis 70%, Note 4 bis 50% und Note 5 bis 25% der Gesamtpunktzahl. ) Satzzeichenfehler werden dabei als halber Fehler, Umlautstriche als ganzer Fehler gewertet. Die Textlänge hängt jeweils von der Klassenstufe ab.

15. Es sollen höchstens 2 Proben pro Woche geschrieben.

16. Vor allem Mathematik- und Sprach/- Rechtschreibproben können sich aus 2 Teilnoten zusammensetzen, um Stärken und Schwächen der Kinder besser aufzeigen zu können.

17. In der 3. und 4. Klasse werden die Proben bei Erkrankung der Kinder in der Regel nachgeschrieben.

18. Da im kompetenzorientierten Unterricht besonderes Augenmerk auf der Qualität der Lernprozesse liegt, werden alternative Formen der Lerndokumentation und Leistungsmessung an Stellenwert gewinnen (z. B. Portfolios oder Lerntagebücher, Lapbooks….) Unsere Zielsetzung sind 3 alternative Leistungsmessungen pro Schuljahr. Diese haben den Vorteil, dass damit die Schülerinnen und Schüler mehr Verantwortung für ihr Lernen übernehmen, indem sie selbst Schwerpunkte setzen. In der vierten Klasse darf maximal eine Probearbeit in Deutsch und HSU ersetzt werden. (KM)

19. Die Kinder der dritten Klassen erhalten mündlich einen Probenhinweis für die betreffende Woche, kein genaues Datum.

20. In der 4. Klasse wird die Anzahl der Proben bis zum Übertrittszeugnis im Mai mit folgenden Richtzahlen festgelegt.
Mathematik 5, HSU 5, Deutsch 12 (jeweils drei in den einzelnen Teilbereichen)
Außerdem werden vier probenfreie Wochen bis zum Übertrittszeugnis ausgewiesen.


21. In den vierten Klassen müssen Proben mindestens eine Woche vorher angekündigt werden. Englischproben werden nicht angesagt, da sie nicht benotet werden.

22. Hausaufgaben dürfen nicht benotet werden.


23. Im Falle einer attestierten Lese- Rechtschreibstörung oder eines festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarfes können wir mit Ihnen besondere Absprachen zur Leistungsmessung treffen. Dies wird zu Beginn des Schuljahres in einem Beratungsgespräch mit Ihnen, dem Klassenlehrer und dem Beratungslehrer/ der Schulpsychologin festgehalten. Hier gibt es die Möglichkeit des Nachteilsausgleiches oder/ und des Notenschutzes.

 

III. Weitere Beschlüsse

a) Es sollten regelmäßig nicht benotete Lernzielkontrollen durchgeführt werden, die Grundlage für die Differenzierung und individuelle Förderung sind.

b) Die Rückgabe der Probearbeiten sollte innerhalb einer Woche also zeitnah erfolgen!

c) Es werden kein Notenspiegel und kein Durchschnittswert auf den Proben notiert.

d) Ggf. werden nach Absprache mit den Fachlehrern und den Eltern Förderpläne erstellt.

IV. Im Schuljahr 2012/13 war Diagnose und Förderung ein Schwerpunkt. Hierzu fanden Schulhausinterne Fortbildungen statt. Ebenso erarbeiteten wir Möglichkeiten der Alternativen Leistungsmessung. (siehe Anlagen)

 

V. Förderung

a) Förderschiene

In einer Förderschiene 1/2 und 3/ 4 bieten wir zweimal jährlich klassen- und jahrgangsstufenübergreifend über ca. 10 Wochen hinweg Kurse an, die die Kinder (nicht die Eltern) selbst wählen können. Dabei legen wir den Schwerpunkt nicht auf die Verbesserung der Leistungen in Deutsch und Mathematik, sondern auf eine Stärkung der Interessen und musischen Bereiche.

Beispiele: Experimentieren, Kunst aufgeräumt, Musik mit Körperinstrumenten, Trommelzirkus, Erste Hilfe, Bühne frei, Geowerkstatt, Fit for fun, Fit an Geräten, Märchen- und Zauberwelten, story telling,…

Um kleinere Gruppen zu erhalten findet parallel dazu in 1/ 2 oder 3/ 4 eine Musikschiene statt, die von nur 2 Lehrkräften geleitet wird.

b) weitere Fördermöglichkeiten

- wöchentliche klassenübergreifende Lesestunden mit Lesepaten

- klassenübergreifende Leistungsgruppen in Deutsch und Mathematik

- individuelle Wochenplanarbeit

- Einsatz von Praktikantinnen zur individuellen Förderung

gez. Anita Scherm, Rektorin mit dem gesamten Kollegium